Auch wir haben Agrarindustrie satt

Letzten Samstag, am 19. Januar 2013, waren Franka, Jens und ich zur großen Landwirtschaftsdemo „Wir haben es satt“ in Berlin.
Es war ein buntes Treiben von vielen verschiedenen Menschen: Die Imker waren dieses Jahr die „Speerspitze“. So lief auch Franka ganz vorn mit. Im großen Zug kamen wir so richtig erst mit der Leguminosenkönigin in Fahrt. Die Leguminosenfrauen waren nicht zu beneiden. Sie saßen und standen auf dem Hänger eines Schleppers und der kalte Ostwind blies ihnen noch mehr als uns ins Gesicht. Dann wieder sind wir mit der Sambaband des Tierschutzbundes mitgelaufen. Am Rande haben wir Jürgen und Jürgen von der Saatgutkampagne und dem Ulenkrug getroffen. Überhaupt haben wir echt viele Leute getroffen. So auch Sinai, eine unserer ehemaligen FöJ-lerinnen.

Anlass für diese Demonstration ist die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in der EU. Das bedeutet, dass der größte Haushaltsposten der EU neu sortiert wird. Konkret: Wer bekommt in den nächsten 6 Jahren das Geld?

Bisher bekommt es die Agrarindustrie: Flächensubvention – die Betriebe mit dem meisten Land bekommen das meiste Geld. Die säen dann in einigen Regionen nur noch Mais  und scheffeln nochmal Geld aus dem EEG – Erneuerbare Energiengesetz. Die Produkte, die in Deutschland und Europa übrig sind, werden exportiert und auch dafür erhalten die Exporteure Exportsubventionen. Billig produziertes Fleisch und Milchpulver etc. wird nochmal subventioniert nach Afrika verschifft und machen dort die Preise der ansässigen Bauern kaputt. Das haben wir satt.

Große Betriebe erhalten den Boden von der BVVG vorzugsweise, da sie die Pächter sind. Kleine gehen seit Jahren leer aus. Wir hatten  Glück. Inzwischen stürzen sich die Finanzhaie auch auf Landwirtschaftsflächen und treiben die Preise in astronomische Höhen – die sich kein Kleiner leisten kann.

Bienen werden durch Monokulturen und Pestizideinsatz derart geschwächt, dass ihr Überleben im ländlichen Raum von den Imkern nicht mehr gewährleistet werden kann.

Außerdem wollen wir, dass die Menschen sich in 50 Jahren oder noch später auch noch gesund ernähren können, statt durch Patente auf Pflanzen gar nichts mehr anbauen dürfen oder durch gentechnisch veränderte Pflanzen auch ganz verändert sind.

Es sind viele Gründe, warum wir zu dieser Demo mussten und es gibt noch mehr …

Was wollen wir? Eine bäuerliche Landwirtschaft, in der die Menschen  wieder  mit Respekt und Liebe Lebensmittel herstellen können. Sie bekommen für ihre Arbeit so viel Geld, dass sie mit den ihnen anvertrauten Tieren gut umgehen können, dass sie den Boden und Luft und Wasser nutzen aber nicht ausnutzen oder verschmutzen. Dass Menschen im Süden auch von ihrer landwirtschaftlichen Arbeit leben können und ihnen nicht das Land gestohlen wird oder Pestizide aufgeschwatzt. Der Text könnte noch lang werden. Für eine bäuerliche Landwirtschaft. Man solls nicht glauben aber das wäre schon fast die nächste Revolution.

Wenn Ihr nicht da wart, aber jetzt immer noch was tun wollt, dann könnt ihr bis 26.1 noch bei campact für die Bienengesundheit unterschreiben oder auch den Organisatoren von „Wir haben es satt“ eine Spende überweisen.

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